Das Leben des Klaus Kinski
Er war durch seine schrägen Rollen als meist psychopathischer Charakter und durch seine exzentrische Persönlichkeit, die oftmals in öffentlichen Wutanfällen endete, einer der berühmtesten deutschen Film- und Bühnenschauspieler der Nachkriegszeit – Klaus Kinski.
Geboren 1926 in der polnischen Stadt Zoppot, zog er mit seiner Familie nach Berlin und wurde 1944 zum Kriegsdienst eingezogen. Dort geriet er in den Niederlanden in britische Kriegsgefangenschaft. Auf einer provisorischen Bühne eines Kriegsgefangenenlagers in Großbritannien entdeckte er schließlich bald seine Fähigkeiten als Schauspieler und übernahm unterschiedliche Theaterrollen.
Ab dem Jahre 1946 wirkte Kinski an Berliner Bühnen mit, jedoch kostete es seinen Job, als er vor Wut Scheiben des Theaters einschlug. Kurz darauf besuchte der bis dahin nicht ausgebildete Schauspieler eine Schauspielschule in Berlin. Bald folgte seine erste Filmrolle in „Morituri“, einem Film, der von KZ-Insassen erzählte, die geflohen waren. Wegen dieser heiklen Thematik hatte der Film kein leichtes Leben.
Kinski wurde außerdem durch seine Auftritte als “Ein-Mann-Wanderbühne” auf kleinen Bühnen in den Städten Wien, München und Berlin einem stetig größeren Publikum bekannt und rezitierte unter anderem Werke Goethes, Schillers oder Brechts, die auch auf Sprechplatten erschienen. Kurz darauf erlitt seine Karriere einen leichten Knick, nachdem er Polizisten attackierte und mal wieder öffentlich gewalttätig auffiel. Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er erst durch die deutschen Edgar-Wallace-Verfilmungen und seine eindrückliche Nebenrolle in David Leans „Doktor Schiwago“ im Jahre 1965, der sogar mehrere Oscars erhielt.
Seine Skandale und seine Wutausbrüche taten seiner Karriere keinen Abbruch. Der Regisseur Werner Herzog, durch dessen Filme Kinski erst richtig bekannt wurde, beschrieb ihn darüber hinaus durch seine Wutanfälle als äußerst aggressiven aber auch außerordentlich fleißigen Schauspieler, der seine Rollen tagelang einübte.
Kinskis Liebesleben gestaltete sich schwierig. Insgesamt war er drei mal verheiratet. Aus diesen Ehen gehen seine zwei Töchter und sein Sohn hervor, von seiner dritten Frau ließ er sich jedoch ebenfalls scheiden.
Ende 1980 zog Kinski schließlich nach LA. Dort starb er Ende 1991 im Alter von nur 65 Jahren an einem Herzinfarkt. Sein dramatisches Leben war überraschend leise zu Ende gegangen, durch seine provokante Art und seine harschen Ausbrüche und Skandale bleibt er jedoch – auch heute noch – unvergessen.